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Meyer Werft Ausbaggern Kosten: Mehr als 20 Millionen Euro für Emder Hafenarbeiten

Baggerarbeiten im Emder Außenhafen für die Meyer Werft
David Kanigan / Pexels

Die Ausbaggerarbeiten im Emder Außenhafen für die Meyer Werft werden voraussichtlich mehr als 20 Millionen Euro kosten. Die Bundesregierung hat für die Jahre 2025 und 2026 einen entsprechenden Auftrag vergeben, um den Flusslauf der Ems für die bis zu 350 Meter langen Kreuzfahrtschiffe der Papenburger Werft frei zu halten. Das geht aus einem Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) hervor, der sich auf das Bundesverkehrsministerium stützt. Die Arbeiten sind Teil einer langfristigen Strategie, die bereits seit dem Jahr 2000 mehr als 750 Millionen Euro verschlungen hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehr als 20 Millionen Euro werden für die Ausbaggerarbeiten im Emder Außenhafen 2025–2026 ausgegeben (laut Bundesverkehrsministerium).
  • Seit dem Jahr 2000 sind über 750 Millionen Euro für Unterhaltungsarbeiten in der Ems geflossen (Quelle: Presseportal).
  • Die Meyer Werft meldete zusätzlich 185 Millionen Euro ungeplante Kosten für aktuelle Aufträge an (laut Schiffe und Kreuzfahrten).
  • 1,86 Millionen Kubikmeter Schlick sollen in den nächsten Jahren entfernt werden (Quelle: Presseportal).
  • Die Arbeiten sichern den Tiefgang der Kreuzfahrtschiffe, die von Papenburg über die Ems in die Nordsee überführt werden (laut NDR).
  • Die Landesregierung Niedersachsens plant, die Schiffsausrüstung von Eemshaven (NL) nach Emden zu verlagern, was zusätzliche Investitionen erfordert (laut NDR).

Warum die Arbeiten nötig sind

Die Meyer Werft baut Kreuzfahrtschiffe mit einem Tiefgang von bis zu 10 Metern. Um diese Schiffe von Papenburg über die Ems nach Emden zu überführen, muss der Fluss ein ausreichendes Fahrwasser behalten. Durch Hochwasser werden jährlich mehr Sedimente in die Ems gespült, als bei Ebbe wieder abtransportiert werden können. Ohne regelmäßige Baggerarbeiten würden die Schiffe im Schlick stecken bleiben, was den Zeitplan der Werft gefährden würde. „Die Baggerarbeiten sind unverzichtbar, um den Schiffsverkehr auf der Ems aufrechtzuerhalten“, erklärt das Bundesverkehrsministerium in einer Stellungnahme.

Wer bezahlt die Millionen?

Die Finanzierung der Ausbaggerarbeiten teilt sich zwischen Bund, Land Niedersachsen und der Meyer Werft auf. Der Bund stellt den größten Anteil bereit – über 20 Millionen Euro für die Kampagnen 2025 und 2026. Das Land Niedersachsen beteiligt sich über die landeseigene Hafengesellschaft N‑Ports, die die Infrastruktur am Kai bereitstellt und die Erweiterung der Liegewanne im Außenhafen übernimmt. Die Meyer Werft selbst trägt die Kosten für die Anpassung der Schiffe sowie die zusätzlichen 185 Millionen Euro ungeplanter Ausgaben, die laut Schiffe und Kreuzfahrten auch auf gestiegene Transport- und Materialpreise zurückzuführen sind.

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Die hohen Kosten werden kritisch diskutiert, insbesondere da der Staat bereits 400 Millionen Euro an Steuergeldern in die Werft investiert hat, um sie vor der Insolvenz zu retten. „Bei einer normalen Unternehmensübernahme wäre das ein Fall für die Prüfung von Schadenersatz“, sagt Professor Christoph Schalast, Experte für Unternehmensübernahmen, im NDR-Interview.

Auswirkungen auf die Region Emden und die Werft

Die Verlagerung der Schiffsausrüstung von Eemshaven nach Emden schafft neue Arbeitsplätze vor Ort. Laut Landesregierung kommen pro Schiff sechs Wochen lang etwa 6.000 Arbeiter nach Emden. „Das ist ein starkes Signal für die Region“, betont Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos). Zudem profitiert die lokale Gastronomie von den zahlreichen Touristen, die die Kreuzfahrtschiffe im Hafen besichtigen.

Die Baggerarbeiten selbst sorgen für zusätzliche wirtschaftliche Aktivität: Die Hafenwirtschaft in Emden beschäftigt mehr Personal für die Durchführung der Arbeiten, und die notwendige Infrastruktur wie der Ausbau der Liegewanne stärkt den Standort langfristig. „Mit der Entscheidung für Emden werden die bisherigen Ausrüstungsaktivitäten im niederländischen Eemshaven schrittweise abgelöst“, erklärt die Landesregierung in einer Pressemitteilung.

Kosten im Überblick – eine Tabelle

Jahr Maßnahme Verantwortlicher Kosten (Millionen Euro) Volumen (Kubikmeter)
2025–2026 Ausbaggern Emder Außenhafen Bund über 20 1,86
2000–2024 Unterhaltung Ems Bund über 750 –
2025–2027 Unterelbe Baggerkampagne Bund ca. 137 –
2024 Ungeplante Mehrkosten Meyer Werft Meyer Werft 185 –

Häufige Fragen

Wie hoch sind die genauen Kosten für das Ausbaggern im Emder Außenhafen?

Der Auftrag für die Jahre 2025 und 2026 beläuft sich auf mehr als 20 Millionen Euro, wie das Bundesverkehrsministerium bestätigt.

Wer finanziert die Baggerarbeiten?

Der Bund übernimmt den größten Anteil, das Land Niedersachsen beteiligt sich über N‑Ports, und die Meyer Werft trägt die Kosten für die Anpassung der Schiffe sowie zusätzliche ungeplante Ausgaben.

Warum ist das Ausbaggern für die Meyer Werft wichtig?

Nur mit ausreichendem Tiefgang können die Kreuzfahrtschiffe von Papenburg über die Ems nach Emden überführt werden. Andernfalls würden sie im Schlick stecken bleiben und den Zeitplan der Werft gefährden.

Gibt es Alternativen zum Baggern?

Die Regierung plant, das Emssperrwerk in Ostfriesland als Schlickbremse zu nutzen, um den Schlickgehalt langfristig zu reduzieren. Dies soll ab 2027 umgesetzt werden.

Welche Auswirkungen hat dies auf die Region?

Neue Arbeitsplätze entstehen bei der Hafenwirtschaft, und die Liegewanne im Außenhafen stärkt den Wirtschaftsstandort Emden. Zudem profitieren Touristen und Gastronomie von den Kreuzfahrtschiffen, die im Hafen anlegen.

Zusammenfassung

Die Ausbaggerarbeiten für die Meyer Werft sind ein kostspieliges, aber unverzichtbares Projekt, das mehr als 20 Millionen Euro allein für den Zeitraum 2025–2026 verschlingen wird. Hinzu kommen langfristige Ausgaben von über 750 Millionen Euro für die Unterhaltung der Ems seit dem Jahr 2000 sowie zusätzliche 185 Millionen Euro ungeplanter Kosten für die Werft. Der Staat, das Land Niedersachsen und die Meyer Werft selbst teilen sich die Last, um den maritimen Standort Emden zu sichern und den Bau der Kreuzfahrtschiffe zu gewährleisten.

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise laut Prospekt, regionale Abweichungen möglich.

Quellen: NDR – Meyer Werft rüstet Kreuzfahrtschiffe in Niedersachsen aus · Schiffe und Kreuzfahrten – Meyer Werft Papenburg: Angeblich 185 Millionen Euro Mehrkosten · Der Kreuzfahrttester – Das Millionen-Problem der Meyer Werft · Presseportal – Bund plant weitere Millionenausgaben für Baggerarbeiten gegen Schlick in der Ems. Stand: 24.10.2026.