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Viking – Bayern 3:3: Olise-Aussetzer kostet den Sieg in Stavanger

Viking – Bayern

Der FC Bayern hat am zweiten Spieltag der Champions League überraschend Punkte liegen lassen. Im Duell Viking – Bayern kam der deutsche Rekordmeister am Dienstagabend in Stavanger nicht über ein 3:3 hinaus. Zur Pause lagen die Münchner bereits 0:2 zurück, drehten die Partie dank eines Doppelpacks von Harry Kane, verloren dann aber Michael Olise durch eine Gelb-Rote Karte und mussten in der 90. Minute noch den Ausgleich hinnehmen.

Viking – Bayern: Vom 0:2 zur Führung und zurück

Viking Stavanger erwischte den besseren Start. Die Norweger gingen früh in Führung und legten vor der Pause nach. Ihre Treffer waren kein Glück: Zwei sauber ausgespielte Konter und eine Ecke reichten dem Außenseiter, um die Münchner ernsthaft unter Druck zu setzen.

Nach dem Seitenwechsel zeigte der FC Bayern die erwartete Reaktion. Harry Kane traf zweimal und ebnete den Weg zur Wende. Bayern war auf Kurs zum Auswärtssieg, bis die 74. Minute alles veränderte.

Gelb-Rot für Olise: Ball ins Gesicht des Viking-Kapitäns

Michael Olise sah zunächst Gelb für ein taktisches Foul, nachdem er einen Gegenspieler am Trikot festgehalten hatte. Direkt danach kam es zur Konfrontation mit Viking-Kapitän Zlatko Tripic, der den Franzosen leicht schubste und ihm noch etwas zurief. Olise warf Tripic daraufhin den Ball ins Gesicht. Der bulgarische Schiedsrichter Georgi Kabakov zeigte ihm sofort die Gelb-Rote Karte.

Es war der erste Platzverweis in Olises Profikarriere. In der vergangenen Bundesliga-Saison hatte er zwar acht Gelbe Karten gesammelt, war aber nie vom Platz geflogen. In Unterzahl brachten die Münchner die Führung nicht über die Zeit: In der Schlussminute fiel das 3:3.

Kane, Kompany und Eberl üben deutliche Kritik

Die Reaktionen im Bayern-Lager fielen klar aus. Harry Kane sagte bei Prime Video, die Rote Karte habe das gesamte Spiel gekippt. Olise müsse dafür Verantwortung übernehmen und daraus lernen. Besonders bitter sei, dass er nun das nächste große Spiel verpasse.

Trainer Vincent Kompany bezeichnete die Aktion als „überblöd“. Er habe Olise mitgegeben, dass der Viking-Kapitän an diesem Abend der Schlauere gewesen sei.

Sportvorstand Max Eberl nannte die Szene dumm und kündigte an, über eine mögliche interne Geldstrafe in Ruhe zu sprechen. Über Tripic sagte er laut Bild, dieser habe „gespielt wie ein Drecksack“ und genau das erreicht, was er wollte.

TV-Experte Christoph Kramer zeigte zwar Verständnis dafür, dass Tripic nervt, betonte aber, dass sich ein Profi so nicht provozieren lassen dürfe.

Wer ist Zlatko Tripic?

Der 33-jährige Viking-Kapitän Zlatko Tripic hatte es von Beginn an auf Olise abgesehen: Fouls, Schubser und ständige Sticheleien. Tripic, geboren im kroatischen Rijeka, ist deutschen Fans kein Unbekannter. Von 2015 bis 2017 spielte er für die SpVgg Greuther Fürth, kam dort aber nur auf 39 Einsätze mit zwei Toren und zwei Vorlagen. Sein Vertrag in Stavanger läuft noch bis Dezember 2027.

Nach dem Spiel zeigte sich Tripic stolz, dass er einen Weltklassespieler aus der Ruhe gebracht habe, und sah sich als Sieger dieses Duells.

Warum Viking kein Zufallsgegner ist

Gemessen am Kaderwert ist Viking Stavanger laut Transfermarkt mit rund 56 Millionen Euro ein Zwerg. Trotzdem setzen norwegische Klubs zunehmend Ausrufezeichen in Europa. Erstmals seit 1999 stehen mit Viking und Bodø/Glimt zwei norwegische Vereine gleichzeitig in der Champions League, wie die Sportschau hervorhebt.

Gegen Bayern standen acht Norweger in Vikings Startelf. Das Land setzt seit Jahren auf Nachwuchsförderung und hat massiv in Kunstrasenplätze investiert, die das ganze Jahr nutzbar sind. Auch das Heimspiel gegen Bayern fand auf Kunstrasen statt, ein Untergrund, auf dem der Ball anders springt und rollt und der Gastteams vor zusätzliche Probleme stellt.

Olise fehlt gegen Arsenal

Für Bayern kommt die Sperre zur Unzeit. Olise fehlt im Heimspiel am kommenden Mittwoch um 21 Uhr gegen den FC Arsenal. Nach dem Remis im Spiel Viking – Bayern steht die Mannschaft von Vincent Kompany damit unter Druck, gegen die Londoner ohne einen ihrer wichtigsten Offensivspieler zu punkten.