Schleswig-Holstein Landtagswahl Datum: 18. April 2027 – Alle Infos zur Wahl
Die nächste Landtagswahl in Schleswig-Holstein findet am 18. April 2027 statt, wie die Landesverfassung und aktuelle Beschlüsse der im Landtag vertretenen Parteien vorsehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Wahltermin: 18. April 2027 (Sonntag)
- Amtierender Ministerpräsident: Daniel Günther (CDU), führt CDU-Spitzenkandidatur an
- Koalition: CDU und Grüne regieren derzeit zusammen
- SSW tritt als Minderheitenpartei ohne Fünfprozenthürde an
- Fairnessabkommen der Landtagsparteien unterzeichnet, AfD und Linke nicht beteiligt
Wann ist der genaue Termin der Landtagswahl?
Der Wahltag ist der 18. April 2027, ein Sonntag. Die Landesverfassung schreibt vor, dass der Landtag für fünf Jahre gewählt wird; die vergangenen Wahlen fanden jeweils im Mai statt. Der vorgezogene April-Termin ergibt sich aus der verfassungsmäßigen Fristberechnung. Laut NDR-Informationen haben sich die im Landtag vertretenen Parteien auf diesen Termin verständigt.
Wer sind die Spitzenkandidaten der Parteien?
Das Feld der Spitzenkandidaten ist weitgehend komplett. Für die CDU tritt Ministerpräsident Daniel Günther erneut an, wie er bereits im vergangenen Jahr ankündigte. Die Grünen schicken Landessozialministerin Aminata Touré ins Rennen. Die SPD nominiert den ehemaligen Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) hat auf einem Parteitag in Flensburg seinen Landtagsfraktionschef Christian Dirschauer mit 95 Prozent zum Spitzenkandidaten gewählt; die formale Listenaufstellung folgt im Dezember. Die Linke setzt auf Kieler Kreisvorsitzende Johanna Klitzschmüller, die FDP auf Landes- und Fraktionschef Christopher Vogt. Für die AfD steht der Spitzenkandidat bislang noch nicht fest.
Wie sehen die aktuellen Umfragen aus?
Die jüngste verfügbare Wahlumfrage stammt von Mitte Juli 2026. Sie sieht die CDU mit 27 Prozent klar vorn. Es folgen die AfD mit 18 Prozent, die Grünen mit 17 Prozent und die SPD mit 15 Prozent. Die Linke kommt auf 7 Prozent, SSW und FDP liegen jeweils bei 6 Prozent. Das BSW wurde nicht gesondert ausgewiesen. Diese Werte geben eine Momentaufnahme wieder; bis zum Wahltag können sich die Verhältnisse noch verschieben.
| Partei | Umfragewert (Juli 2026) | Landtagswahl 2022 |
|---|---|---|
| CDU | 27 % | 43,4 % |
| AfD | 18 % | 4,4 % |
| Grüne | 17 % | 18,3 % |
| SPD | 15 % | 16,0 % |
| Linke | 7 % | 3,7 % |
| SSW | 6 % | 5,7 % |
| FDP | 6 % | 6,4 % |
Was regelt der Fairnesspakt der Landtagsparteien?
Die im Landtag vertretenen Parteien – CDU, Grüne, SPD und FDP – haben nach langen Verhandlungen ein gemeinsames Fairnessabkommen unterzeichnet. Es umfasst zehn Punkte. Punkt eins bekennt sich zu den Werten des Grundgesetzes und der Landesverfassung. Punkt drei schließt die Zusammenarbeit mit Parteien, Vereinigungen oder Akteuren aus, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung bekämpfen. Die Unterzeichner akzeptieren harte politische Kritik und zugespitzte Argumente als demokratischen Wettbewerb, lehnen aber Angriffe auf Wahlkampfstände, Veranstaltungen, Plakate oder Personen ab. Persönliche Herabwürdigungen – etwa gegen Familie, Herkunft, Religion, Privatleben, Aussehen oder berufliches Umfeld – sind tabu. Ebenso verzichten die Parteien auf gefälschte Zitate und durch KI manipulierte Bild-, Ton- oder Videoaufnahmen, die geeignet sind, über tatsächliche Aussagen oder Ereignisse zu täuschen. Die AfD und die Linke, die sich Chancen auf den Einzug in den nächsten Landtag ausrechnen, wurden in die Aushandlung nicht einbezogen und haben das Abkommen nicht unterschrieben.
Wir respektieren die Menschwürde und treten jeder Form von Antisemitismus, Rassismus, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie politisch motivierter Gewalt entgegen.
— Fairnessabkommen der im Landtag vertretenen Parteien
Welche Besonderheiten gelten für den SSW?
Der Südschleswigsche Wählerverband vertritt die dänische und die friesische Minderheit in Schleswig-Holstein. Als Minderheitenpartei ist er von der sonst geltenden Fünfprozenthürde ausgenommen. Bei der Landtagswahl 2022 erreichte der SSW 5,7 Prozent und zog mit vier Abgeordneten in den Landtag ein. Auch 2027 tritt der Verband mit einer eigenen Landesliste an; die Aufstellung erfolgt auf einem außerordentlichen Landesparteitag im Dezember 2026.
Wie ist die Ausgangslage im Landtag?
Seit 2022 regiert eine Koalition aus CDU und Grünen unter Ministerpräsident Daniel Günther. Die CDU stellt mit 43,4 Prozent die stärkste Fraktion. Grüne, SPD und FDP sind ebenfalls im Parlament vertreten. AfD und Linke scheiterten 2022 an der Fünfprozenthürde, könnten aber 2027 – bei entsprechenden Umfragewerten – wieder einziehen. In Schleswig-Holstein, wo erst im Oktober 2026 ein großflächiger Stromausfall 40.000 Haushalte betraf und die Schäden durch Überspannung für Diskussionen sorgten, richtet sich der Blick nun auf den Wahlkampf. Die Stromversorgung war nach etwa zwei Stunden weitgehend wiederhergestellt, doch das Ereignis bleibt im öffentlichen Gedächtnis.
Häufige Fragen
Wann genau ist die Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2027?
Der Wahltag ist Sonntag, der 18. April 2027. Die Wahllokale sind in der Regel von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Wer sind die Spitzenkandidaten der großen Parteien?
CDU: Daniel Günther; Grüne: Aminata Touré; SPD: Ulf Kämpfer; FDP: Christopher Vogt; Linke: Johanna Klitzschmüller; SSW: Christian Dirschauer. Die AfD hat noch keinen Spitzenkandidaten benannt.
Gilt die Fünfprozenthürde für alle Parteien?
Nein. Der SSW ist als Partei der dänischen und friesischen Minderheit von der Sperrklausel ausgenommen und kann mit weniger als fünf Prozent der Zweitstimmen in den Landtag einziehen.
Was passiert, wenn keine Partei die absolute Mehrheit erhält?
Dann müssen Koalitionen gebildet werden. Aktuell regieren CDU und Grüne zusammen; ob diese Mehrheit 2027 reicht, hängt vom Wahlergebnis ab. Auch andere Bündnisse sind theoretisch möglich.
Wo finde ich offizielle Informationen zur Wahl?
Das Landeswahlleiteramt Schleswig-Holstein veröffentlicht alle Termine, Formulare und Ergebnisse auf seiner Website. Auch die Kommunen informieren über Wahlbenachrichtigungen und Briefwahlunterlagen.
Quellen: NDR: Parteien schließen Fairnesspakt · Yahoo Nachrichten: SSW-Spitzenkandidat Dirschauer. Stand: 25.10.2026.
